Wie funktioniert ein angepasster Gehörschutz?
(hilfreiche Erklärung mit Grafiken)

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Wie funktioniert ein angepasster Gehörschutz?<br>(hilfreiche Erklärung mit Grafiken)

Dem Lärm den Weg versperren

Das Funktionsprinzip von Gehörschutz ist einfach: Der Weg der Schalldruckwellen durch den äußeren Gehörgang zum Trommelfell wird mit einem schalldämpfenden Material blockiert.
Eine Gehörschutz-Otoplastik funktioniert genau so: Nach einem Ohrabdruck individuell angefertigt, ist sie mit einer Plustoleranz ausgestattet, die dazu führt, dass die Maßfertigung dicht im Ohr sitzt.
Durch das Dämpfungselement wird die Otoplastik in genau definierter Weise für Schallwellen geöffnet.

Die Maßfertigung alleine bietet bereits viele Vorteile gegenüber Gehörschutz in Standardform:
Durch die Maßanfertigung nach Ohrabdruck muss sich nichts mehr an die Ohrform anpassen, kein umständliches vorheriges Zusammenrollen des Gehörschutzes, kein Abwarten, bis der Stöpsel richtig sitzt – individuell angepasster Gehörschutz ist schnell eingesetzt, funktioniert sofort und bietet optimalen Langzeittragekomfort.

Kontrollierte Dämpfung durch Filterelemente

Durch den Einbau von Filtern in die Gehörschutz-Otoplastik wird der Tragekomfort weiter gesteigert. Die akustischen Filter stellen dabei eine genau definierte Öffnung für Schallwellen und den Umgebungsluftdruck dar. Die maximal mögliche Dämpfung mit Filter ist dabei immer geringer als bei einer Gehörschutz-Otoplastik ohne Filter.

Durch die Verwendung unterschiedlicher akustischer Filter ist man in der Lage, die Dämpfung des individuellen Gehörschutzes an unterschiedliche Lärmgegebenheiten und Benutzer-Anforderungen anzupassen.

Weitere wichtige Vorteile von angepasstem Gehörschutz mit Filter: Durch das Dämpfungselement wird das Ohr belüftet. Die Öffnung im Filter ermöglicht Druckausgleich und Luftaustausch zwischen dem Gehörgangs-Restvolumen und der Umgebung (manche Membran-Filtersysteme haben keine Öffnung, hier bleibt das Ohr zugunsten einer besonders linearen, flachen Dämpfung verschlossen).

Eine oft bemängelte Eigenschaft von InEar Gehörschutz ist der Okklusionseffekt. Dieser äußert sich darin, dass der Benutzer die eigene Stimme stark verfälscht (lauter, dumpfer und hohl klingend) wahrnimmt. Offene Filtersysteme sorgen für eine wirksame Verringerung des Okklusionseffektes.

Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Arten von akustischen Filtersystemen für Gehörschutz-Otoplastiken:

Verschiedene Filterarten für angepassten Gehörschutz

01. Otoplastiken mit Kanalfilter

EARfoon Gehörschutz-Otoplastik mit Kanalfilter
Abbildung 1 Gehörschutzotoplastik mit Kanal-Filter (Querschnitt)

Diese klassischen Filter leiten den Schall durch einen Kanal, daher der Name. Die akustische Dämpfung kommt hier durch die Querschnittsänderung, die die Schallwellen überwinden müssen, zustande. Mittels verschiedener Durchmesser, Längen und Kanal-Geometrien lassen sich unterschiedliche Dämpfungscharakteristiken im SNR Bereich von ca. 20-30 dB erzeugen, die alle eines gemeinsam haben: Hohe Frequenzen werden immer stärker gedämpft als tiefe Frequenzen (=nichtlineare Dämpfung). EARfoon ND EMF-G8 und EARfoon ND EMF-R4 sind individuell angepasste EARfoon Gehörschutz-Otoplastiken mit klassischem Kanalfilter.

02. Otoplastiken mit Membranfilter

EARfoon BlueFit-X Gehörschutz-Otoplastik mit Membranfilter
Abbildung 2 Gehörschutzotoplastik mit Membranfilter (Querschnitt)

Membranfilter sind aufwändiger konstruiert und ermöglichen sowohl nichtlineare als auch lineare Dämpfung (gleichmäßige Reduktion aller Frequenzen). Die Dämpfung der Schallwellen kommt hier durch die verschiedenen Medien, die die Schallwellen durchdringen müssen, zustande.

Im Filtergehäuse sind, je nach zu erzielender Dämpfung, verschiedene Membranen und zusätzliche Materialen zur Dämpfung der Schallwellen untergebracht. Mit Membranfiltern lassen sich auch schwächer dämpfende Filter konzipieren, 10 – 30 dB SNR sind möglich. EARfoon Produkte mit Membranfilter: BlueFit-X ND-Y, BlueFit-X ND-P, BlueFit-X LD-W, BlueFit-X LD-S.

Qualität und Langzeitstabilität von Filtern in Gehörschutz-Otoplastiken:
Die Studie der Berufsgenossenschaft Holz und Metall zum Thema finden Sie hier.

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